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Der Augarten


Geschichte des Augartens

Dass der Augarten schon in frühen Zeiten seiner Existenz kultureller und gesellschaftlicher Anziehungspunkt Wiens war, belegt folgendes Zitat aus der Augartenfestschrift von 1990:


"Der Augarten wurde zum Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens quer durch alle Schichten. Da Joseph II. die Musik hoch schätzte und selbst viel in seinem Gartenschloss im Augarten musizierte, wurde das Jahr 1782 zum Anfang einer vielfältigen Musiziertradition"...


Mozart, Lanner, Strauß, Beethoven und viele andere musizierten im Augarten. Er war Ort für unzählige rauschende Feste, aber auch Ort für Freizeit, Ruhe und Erholung für viele Generationen.

Die traurigste Zeit erlebte der Augarten im Nationalsozialismus. Inmitten der sogenannten "Mazzesinsel", bestehend aus einem Großteil jüdischer Zuwanderer, verlor er binnen kürzester Zeit ca. die Hälfte seiner ihn liebenden Besucher. Der Rest ist Geschichte. Es dauerte lange, bis sich der Park und seine Umgebung von diesem Schock erholen konnten. Bis in die 80er Jahre machte er einen verwaisten und teilweise vernachlässigten Eindruck.


Seither blüht der Park von Jahr zu Jahr mehr auf und hat sich inzwischen zum hippen Kultort heißer Events für die ganze Stadt, aber auch zum wohlbestellten und bestens gepflegten Barockgarten entwickelt, der er auch einst einmal war. Für seine Pflege sorgen die Österreichischen Bundesgärten. Die Erhaltung seiner historischen Gebäude obliegt der Burghauptmannschaft Österreich. Er ist Heimat großer Kulturinstitutionen, deren Dichte in einem öffentlichen Park wohl einmalig ist. So beherbergt er die Wiener Sängerknaben, die weltberühmte Porzellanmanufaktur Augarten, das Atelier Augarten der österreichischen Galerie Belvedere, das Filmarchiv Austria mit seinem einzigartigen Schatz an wertvollstem Filmmaterial, sowie andere Institutionen des Kultur- und Freizeitbereiches.


In den Jahren 2002 bis 2006 erfuhr er – gefördert durch EU/Ziel II – eine enorme Aufwertung zum "Kultur.Park.Augarten.". Im Rahmen dieses Projekts wurden Gartenteile nach historischem Vorbild wieder hergestellt, die allgemeine Infrastruktur verbessert und Spielplätze erneuert. Gutbesuchte Führungen brachten vielen Menschen die Geschichte des Parks näher und rückten ihn wieder ins Bewusstsein der Wiener und ausländischer Besucher. Mehr und mehr findet der Park nun zurück zu seinem ursprünglichen Stellenwert als parkhistorisches Juwel und gesellschaftlicher Treffpunkt.